Vereinstraining

Wir kommen in Ihren Club und trainieren mit Ihrer Mannschaft

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Urlaub & Training

Verbinden Sie Doppeltraining mit Urlaub oder einer Städtereise

Chiemsee, 16. - 18. September 2016

 

Doppelturniere

Spielen Sie Doppel beim            Babolat Play:Double Event Day

Zu den Event Days 2016

 

Wir sind Deutschlands erste Tennisschule,

die sich auf Doppeltraining

und Doppel-Events spezialisiert hat.

Play Double aktuell:

Termine für Doppelturnier stehen fest! Anmeldung ab sofort

 

 

Die vier Termine der Babolat Play:Double Event Days der Deutschen Tennis Zeitung sind nun fix:

 

 

 

1. Event Day:   19. Juni beim TC Langenbektal

 

2. Event Day:   17. Juli beim TC Blau-Weiß Lohbrügge

 

3. Event Day:   20. August bei der ASG Altenkirchen

 

4. Event Day:   21. August beim TK Rot-Weiss Kempen

 

Tennisspieler und Tennispielerinnen aus allen Vereinen können sich ab sofort unter Angabe der Alterklasse und LK anmelden. Konkurrenzen: Damen 30+, 50+, Herren 30+, 50+, Mixed 40+. Machen Sie mit beim Babolat Play:Double Event Day rund ums Doppel: 2 Matches, Showmatch "Schlag den Star", Play:Double-Demotraining, Videoanalyse der weltbesten Doppel, gemeinsamer Lunch, Siegerehrung mit wertvollen Preisen der Firma Babolat, Tombola mit Verlosung einer Reise für zwei Personen ins Sporthotel Tannenhof, Kleinfeld-Turnier, Ballmaschinen-Challenge und vieles mehr. 

 

Zur Anmeldung

 

 

Doppel-Camp im Ali Bey Club Manavgat gestartet

23. April: Am Samstag begann die zweite LK-Turnier- und Doppeltrainingswoche der Play:Double Tennis Academy im Ali Bey Club Manavgat. 69 Sandplätze, Tennisbar und Openair-Restaurant, All-Inclusive-Verpflegung und Tennis satt – all das in einem herrlichen Resort direkt am Meer: Vormittags mit den Play:Double-Coaches den Geheimnissen des Doppelspiels auf der Spur. Thomas und Alex boten ein intensives, abwechslungsreiches, und dennoch lockeres Training. Am Nachmittag LK-Matches gegen Spieler aus Württemberg, dessen Landesverband mit knapp 100 Spielern aus dem Ländle am Start waren. Tennisherz, was willst Du mehr? Man fühlte sich wie am Mittelpunkt der Tenniswelt: nette Leute, entspannte Stimmung, Sonnenschein. Am Mittwoch stand der Gala-Abend von Patricio Travel auf dem Programm, zum Abschluss testeten wir unser neues Wissen bei einem Doppel-Turnier und beim Coaching Day, bei dem die Play:Double-Trainer jeweils ein Doppel-Team durchs Match coachten. Die Punktspielrunde kann beginnen!

 

Patricio Travel hat einen Bericht vom Doppel-Event auf seiner Website veröffentlicht.

 

Die schönsten Bilder vom Doppel-Event im Club Ali Bey

Neue Partnerschaft mit TACO Tennis

Die Play:Double Tennis Academy ist nun auch im Süden von deutschland aktiv: Mit unserem neuen Partner TACO Tennis Academy am Chiemsee in Oberbayern werden wir im September unsere Kickoff-Veranstaltung haben:

 

Termin: 16. - 18. September 2016

Ort: Seebruck am Chiemsee

Kurs: 4 x 90 Minuten Praxistraining plus 2 Video-Kurzseminare

Gut Ising am Chiemsee

Sie Wohnen entweder direkt auf Gut Ising oder im Landgasthof Post. Dritte Möglichkeit: Wir haben für Sie zwei Ferienwohnungen reserviert, die Sie zu zweit oder dritt beziehen können.

 

Seebruck ist einer der schönsten Orte am Chiemsee. Hier finden Sie Ruhe, Erholung, aber auch Abenteuer und Unterhaltung. Ein Urlaub in den bayerischen Voralpen ist gerade im Herbst ein sportlich-seelischer Höhepunkt. Der Weg von und nach München bzw. Österreich ist nicht weit, das Wetter bis in den Oktober hinein mild - beste Voraussetzungen also für einen Tennisurlaub im Inland.

 

Zum Angebot

Kroatien: Doppel LK-Camp in Bol gestartet

11. April. Das erste Trainingscamp der Play:Double Tennis Academy ist am Montag auf der kroatischen Mittelmeerinsel Brac gestartet. Bei herrlichem Sonnenschein und milden Temperaturen fand die einführende Trainingseinheit auf der Patricio-Tennisanlage mit seinen 27 Sandplätzen statt. Am Nachmittag wurden die ersten LK-Matches im Einzel ausgetragen, um das LK-Punktekonto aufzubessern.

 

Am Abend präsentierte Play:Double-Cheftrainer Alexander Schepp eine Videoanalyse der weltbesten Doppel. So ging es topmotiviert durch die ganze Woche. Am Mittwoch war Gala Night, am Freitag beendete ein Doppelturnier die Trainingswoche.

 

Patricio Travel hat einen Bericht vom Doppel Event auf seiner Website veröffentlicht.

Die schönsten Bilder vom Doppel-Event in Bol

Babolat Play:Double Event Days 2016:

Play:Double in den Medien:

 

Deutsche Tennis Zeitung, Ausgabe November 2015

 

Alexander Schepp, Cheftrainer der Play:Double Tennis Academy,

schreibt über die technischen und taktischen Unterschiede

zwischen Einzel und Doppel und analysiert aktuelle Trends

im Doppeltennis.

 

Download des kompletten DTZ-Artikels

Wir spielen Doppel - Spielen Sie mit!

Doppel ist ...Teamsport, ...Spaß, ...Kommunikation, ...Taktik, ...Vertrauen, ...gemeinsames Siegen und Verlieren, ...Partnerschaft, ... Freude beim Training, ...mehr als Einzel!

Trendsport Doppel

 

Das Doppel ist eigentlich ein alter Hut. Schon bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris schlugen die Damen und Herren in Hut und langen Röcken im Mixed-Turnier auf. 1924 wurde Tennis generell aus dem Programm gestrichen und erst 1988 kehrte es zu den Spielen in Seoul als olympische Disziplin als Einzel- und Doppeldisziplin zurück, allerdings ohne Mixed-Wettbewerb. Doppeltennis hat nicht nur olympisch eine Achterbahnfahrt hinter sich, auch im Freizeitbereich ist Doppel in der Beliebtheitsskala der Sportarten stets auf- und abgestiegen. In den Boomzeiten des Tennis in den 80er Jahren stieg auch die Popularität des Spiels zu zweit auf einer Seite. Allein schon der Mangel an Tennisplätzen führte dazu, dass sich vier statt zwei Spieler den Court teilen mussten. In den Vereinsranglisten wurden Einzel- und Doppelranglisten gleichwertig nebeneinander geführt.

 

Je berühmter und erfolgreicher die deutschen Aushängeschilder Steffi Graf, Boris Becker und Michael Stich jedoch wurden, desto mehr überwog das Interesse an dem Einzelsport Tennis. Einzig im Davis Cup blieb Doppel eine unangetastete Institution, was dem Mannschaftswettbewerb auch heute noch einen Hauch von Nostalgie verleiht. Außerhalb des Davis Cups spielte Doppel keine große Rolle, auf den Profi-Turnieren war es nicht viel mehr als eine willkommene zusätzliche Trainingseinheit. Im Fernsehen war Doppel so gut wie gar nicht zu sehen. Diese Entwicklung hat sich inzwischen gedreht, das Interesse an Doppel steigt.

 

Doppel trägt zur Neubelebung des Tennissports bei

 

Bei den Profis überraschte Roger Federer im Juni in Halle sein Publikum, als er plötzlich gemeinsam mit Tommy Haas in der Doppelkonkurrenz antrat. Natürlich stand für ihn auch der Wunsch dahinter, gemeinsam mit Tommy Haas zu spielen nach dem Motto „Zwei alte Weggefährten wollen es noch einmal wissen“, aber Federer erklärte, dass er vorhat, in Zukunft häufiger Doppel zu spielen: „Ich liebe Doppel und habe es in der Vergangenheit viel zu selten gespielt“, beteuerte er kurze Zeit später in Hamburg und resümierte: „Die richtige Wertschätzung erfährt Doppel leider nur bei den Olympischen Spielen.“

 

Wenige Wochen nahm Doppel einen unverhofften Aufschwung bei den US Open. Die Bryan-Brüder wollten nach Ihren Erfolgen in Melbourne, Paris und Wimbledon die historische Chance nutzen, den Grand Slam im Doppel zu gewinnen – erstmals seit 1951, als das australische Duo Frank Sedgman/Ken McGregor dieser Triumph gelang. Die Partien von Bob und Mike Bryan wurden zur besten Sendezeit von den TV-Anstalten übertragen und die Matches fanden im Arthur Ashe Stadium vor über 20.000 Zuschauern statt. Die Zwillinge schieden im Halbfinale aus, doch der Hype ums Doppel blieb ungebremst. Das Finale, aber auch andere Partien wurden auf den großen Show Courts vor vollen Tribünen gespielt. Auch in Deutschland waren die Auswirkungen zu spüren: Selten zuvor übertrug Eurosport so viele Doppelmatches von den US Open, nicht nur von den Bryans.

 

Martin Emmrich, der sich gemeinsam mit seinem Doppelpartner Andre Begemann (siehe Interview) vor gut einem Jahr entschieden hat, voll auf die „Karte“ Doppel zu setzen und auf der ATP-Tour ausschließlich Doppel spielt, spürt diesen Aufwind: „Wir merken ganz deutlich, dass uns die Zuschauer sehen wollen. Uns sagen die Zuschauer oft, dass sie die Doppel viel interessanter finden als Einzel.“

 

Im Freizeitbereich gilt dies schon länger. Ältere Jahrgänge unter den Tennisspielern, die nicht mehr über den Platz hetzen wollen, haben längst die Vorzüge des Doppels für sich entdeckt. Zu zweit auf dem Platz sind die Laufwege kürzer und man geht gemeinsam durch Freud und Leid. Die Erkenntnis, dass viele Tennisspieler weniger den Leistungsaspekt im Tennis suchen, sondern eher den Gesundheitsaspekt und Geselligkeit ist seit Jahren bekannt. Doch Vereine und Verbände reagieren nur zögerlich auf die sich veränderten Bedürfnisse der Mitglieder. Zumal auch im Leistungsbereich das Doppel in den Medenspielen oft entscheidende Bedeutung zukommt, wenn die Partie nach den Einzel noch nicht entschieden ist. Jüngstes Beispiel, wie wichtig es ist, gut eingespielte Doppel in der Mannschaft zu haben, ist die diesjährige Spitzenbegegnung in der Bundesliga zwischen Kurhaus Aachen und Blau Weiß Halle. 3:1 führte Halle nach den vier Einzelbegegnungen. Anschließend verlor Halle die beiden Doppel jeweils im Match-Tiebreak und verspielte damit die Deutsche Meisterschaft. Auch bei den Medenspielen sorgen die Doppel oft die Entscheidung. Und immer wieder zeigt sich dabei, dass gute Einzelspieler noch lange keine erfolgreichen Doppelspieler sein müssen – und umgekehrt: mittelmäßige Einzelspieler wachsen im Doppel über sich hinaus, weil beim Spiel zu zweit auf dem Platz taktisch andere Regeln gelten als im Einzel.

 

Von der ATP wird Doppel stiefmütterlich behandelt

 

Bei den Punktspielen werden die Doppel allerdings auch so manches Mal einfach abgeschenkt, wenn der Spielstand nach den Einzeln eindeutig ist. Für Martin Emmrichs Doppelkollege Andre Begemann ein absolutes No-Go: „ Das finde ich unmöglich. Die Leute treffen sich zum Sport und schenken dann ab, was soll das? Meist ist es der Zeitfaktor und weniger die mangelnde Bereitschaft, Doppel zu spielen, die Mannschaften zu diesem sportlich fragwürdigen Schritt führt.

 

Im Profibereich führt Doppel noch ein eher stiefmütterliches Dasein, besonders finanziell: In Paris schütten die Veranstalter der French Open 18.000 Euro Preisgeld für die erste Runde in der Einzelkonkurrenz aus, im Doppel sind es lediglich 8.000 Euro – für das Team. Schon wer die erste Runde der Qualifikation im Einzel übersteht, erhält mit 4500 Euro ein höheres Salär. Für viele Profis ist Doppel zu spielen deshalb unattraktiv. Hauptgrund für das geringe Preisgeld ist die schwierige Vermarktungssituation, denn letzlich werden Tennisprofis nicht nach Leistung bezahlt, sondern an den Erlösen aus der Vermarktung des „Produkts Tennis“ beteiligt. Und Doppel lässt sich nicht so einfach vermarkten wie ein prominenter Name wie Rafael Nadal oder Roger Federer. Die Doppelpaarungen ändern sich häufig, jeder Profi kann jede Woche mit einem anderen Partner aufschlagen. Ausnahme bilden die Bryans und die Williams-Schwestern, die fest zusammenspielen und damit die Grundvoraussetzung bieten, als Einheit wahrgenommen zu werden, für deren Erfolge sich das Publikum interessiert. Martin Emmrich und Andre Begemann versuchen dies nun in ihrer zweiten Saison, als festes Doppel Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erzielen. Ihre Berufung ins aktuelle Davis Cup-Team ist der vorläufige Höhepunkt dieses Konzepts. Die ATP hat in den vergangenen Jahren die Preisgelder im Doppel zwar angehoben, doch die Spielansetzungen werden nach wie vor zu Randspielzeiten auf den hinteren Courts angesetzt, wo sich die Zuschauer dann drängeln müssen. Erst bei den diesjährigen US Open wurde ein neuer Weg eingeschlagen.

 

Verbände können die Popularität des Doppels unterstützen

 

Im Freizeitbereich sind die Doppel zwar gleichwertig mit den Einzeln, doch mit der Einführung der Leistungsklassen wurde Doppel faktisch abgewertet. Eingeführt wurde das LK-System in den vergangenen Jahren in den Landesverbänden, um im Punktspielbereich für größere Übersichtlichkeit, Vergleichbarkeit und sportliche Fairness zu sorgen. Die Reihenfolge der Spielermeldungen müssen streng nach Leistungsstärke der Spieler vorgenommen werden und schließen taktische Schummeleien weitgehend aus. Der größere Effekt des Leistungsklassensystem liegt allerdings im Anreiz für jeden Tennisspieler, seine Leistungsklasse zu verbessern. In den Vereinen hat ein Boom an LK-Turnieren eingesetzt. Allein in Bayern wurden im vergangenen Jahr über 1000 LK-Turniere ausgetragen. Dazu kommen Reiseanbieter, die vom LK-Aufschwung profitieren: Patricio Travel, größter Veranstalter in Sachen Tennisurlaub, bietet in seinen Tenniscamps in der Türkei und Kroatien insgesamt 16 LK-Trainings- und Turnierwochen an, in denen sich die Gäste mit bis zu vier LK-Matches in einer Woche auf der offiziellen Rangliste verbessern können.

 

Doch Doppel ist bei dieser Entwicklung noch außen vor. DTB und Landesverbände haben es bislang versäumt, auch LK-Turniere im Doppel auszuschreiben. Eben an dieser Stelle müsste angesetzt werden: Eine deutliche Aufwertung der LK-Wertung im Doppel bei gleichzeitiger Einführung einer Doppelrangliste könnte nicht nur das Doppelspiel pushen, sondern Tennis generell beleben und die Attraktivität bei Zielgruppen erschließen, die Doppel gern spielen, es aber aufgrund der geringen Bewertung vernachlässigen. Immerhin haben einige Verbände wie Bayern, Württemberg und seit einiger Zeit auch Niedersachen dies erkannt und bieten für alle Tennisspieler, die nicht in Mannschaften spielen, Hobbyrunden im Doppel an. – ein erster Schritt. Ein offizieller „LK-Status“ könnte dagegen zu einer echten Belebung der Doppelszene führen. Vor der Einführung der Leistungsklassen im Einzel hat kaum jemand damit gerechnet, welch Dynamik damit in Gang gesetzt wurde und dass damit ein neues Turnierformat „erfunden“ wurde. Im Doppel könnte sich diese Entwicklung wiederholen.

 

Letztlich findet schon aufgrund der sich verschiebenden Alterstruktur im Tennis eine Verlagerung vom Einzel zum Doppel statt. Tennisspieler, denen die Laufwege zu lang werden, können im Doppel weiterhin erfolgreich sein und ihren Sport genießen. Aber nicht nur das. Doppel hat einen viel stärkeren Geselligkeitsaspekt – zu viert ist die Stimmung untereinander meist viel entspannter und umgänglicher – auf dem Platz und erst recht hinterher an der Tennisbar. Doppel erfüllt im viel stärkeren Maß eine soziale Funktion, was die Verbände und Clubs noch nicht erkannt haben.

 

Selbst ein Weltstar wie Roger Federer betont, dass „viel mehr getan werden müsse. In den Vereinen wird Doppel und Mixed doch sehr gerne gespielt, das sollte man ausnutzen.“ Im Mixed war Federer zuletzt 2001 beim Hopman Cup erfolgreich – an der Seite von Martina Hingis. Immerhin, die Schweizerin hat 2013 ein Comeback gestartet, und zwar – keine Überraschung – im Doppel. Einen Start der beiden beim Hopman Cup 2014 wäre für die beiden Doppelfans also so etwas wie der perfekte Termin.

Thomas Kosinski

 

 

 

Ein Doppel ist mehr als zwei Einzel

 

Alexander Schepp ist Akademieleiter der Play:Double Tennis Academy. In der DTZ nennt er die technischen und taktischen Unterschiede zwischen Einzel und Doppel und analysiert aktuelle Trends im Doppeltennis

 

Für viele Tennisspieler ist Doppel so etwas wie zwei Einzel auf einer Platzhälfte. Der eine Doppelspieler steht links, der andere rechts, der eine vorne, der andere hinten und auf geht’s. Wenn der Spielpartner mal auf die andere Seite langt, dann  heißt es „Entschuldigung“ oder „Hey, das war meine Seite.“ Dieses weit verbreitete Verständnis vom Doppel ist falsch und Ursache für viele Punktverluste in den Medenspielen. Gerade dort kommt es aufs Doppel an. In vielen Landesverbänden zählt das Doppel bereits mehr als ein Einzel, so dass Punktspiele verloren gehen können, obwohl alle Einzel gewonnen wurden.

 

Was also unterscheidet das Doppel vom Einzel? Der Philosoph Aristoteles hat den Satz geprägt: „Das Ganze ist mehr als die bloße Summe seiner Teile. Auf Tennis übertragen, bedeutet dies: Ein Doppel ist mehr als das Spiel zweier Einzelspieler. Ein Doppel bildet ein Team, das sich ergänzt, sich hilft, ein gemeinsames Spielverständnis entwickelt und sich gegenseitig aufbaut, wenn es mal nicht so läuft. Jedes Doppel ist deshalb nur so gut, wie es die beiden Partner zulassen. Wenn die Chemie nicht stimmt zwischen den Doppelspielern, kann der Einzelne noch so gut sein: Allein wird er es nicht schaffen.

 

Aber nicht nur die Tatsache, dass statt einem zwei Spieler auf einer Platzhälfte agieren, macht das Doppel aus. Technisch und taktisch gibt es drei wesentliche Unterschiede zwischen Einzel und Doppel:

 

• Die Räume sind enger

 

In einem Einzelmatch dominiert ein Spieler seinen Gegner oft mit einer Power-Vorhand, die eine entscheidende „Waffe“ darstellen kann. Auch im Doppel hilft eine gute Vorhand, allerdings kann sie nicht diese Durchschlagskraft entwickeln. Der Grund: Im Doppel teilen sich zwei Spieler den Platz, die Fläche, die ein Doppelspieler abzudecken hat, schrumpft um mehr als ein Drittel gegenüber dem Einzelfeld. Der im Einzel gefürchtete „Vorhandschuss“ an der Linie entlang ist im Doppel von einem Spieler des Teams mit ein, zwei Schritten fast mühelos erreichbar. Der großen „Waffe“ aus dem Einzel fehlt schlicht der Raum, um wirksam zu sein und ist im Doppel nahezu stumpf. Im Doppel sorgen allein die veränderten Raumverhältnisse für ein verändertes Spiel.

 

• Das Zentrum ist der Ort der Entscheidung

 

Im Doppel kann man nicht abwarten, bis die Gegner einen Fehler begehen. Bleiben alle vier Doppelspieler an der Grundlinie kleben, entsteht eine Art „Pattsituation“. Lange Ballwechsel, bei denen keiner punkten kann und alle auf leichte Fehler der anderen warten. Im Doppel kann es nur eine Richtung geben: nach vorn ans Netz, möglichst dicht an die gegnerische Hälfte, um mit einem Volley direkt zu punkten. Dem Netzspiel kommt eine größere Bedeutung zu. Im Einzel kann man auch ohne gutes Volleyspiel erfolgreich sein, im Doppel ist dies nur schwer möglich. Warum? Das Zentrum des Tennisplatzes ist im Doppel die „Hauptflugzone“ der Bälle, das bedeutet: nahezu jeder Ball durchquert während des Ballwechsels diese Zone in der Feldmitte. Der häufig eingesetzte Crossschlag „überfliegt“ diese Platzmitte und macht diese Zone in der Nähe des Netzes zwangsläufig zur Wichtigsten auf dem Platz. Die Netzspieler versuchen durch häufiges „Kreuzen“ oder mit Aufstellungsvarianten wie die i-Punkt-Formation (Aufschläger und Netzspieler positionieren sich beim Aufschlag (fast) voreinander) dieses Zentrum abzudecken.

 

• Kommunikation ist alles

 

So simpel es klingt, Doppel wird zu zweit gespielt! Zu zweit bildet man ein Team. Je besser man sich mit seinem Partner versteht, aber auch verständigt, desto eher lässt sich das gemeinsame Potenzial ausschöpfen. Negativ ausgedrückt: Ein Doppel, bei dem der eine Partner den anderen ständig dirigiert, wird auf Dauer keinen Erfolg haben. Ein Doppel ist nur so gut, wie es der Partner zulässt. Die Gegner werden Disharmonien schnell erkennen und für sich ausnutzen.

 

Im Doppel herrschen nicht nur andere Gesetze, es „herrscht“ auch ein anderer Schlag: der Volley. Alles ist kleiner, die Laufwege kürzer, die Zielräume enger. Dies ist ein wesentlicher Grund, warum Leander Paes und Daniel Nestor im Alter von über 40 Jahren noch immer zu den Topstars zählen. Und warum Martina Hingis mit 36 Jahren und lange nach ihrem Karriereende im Einzel wieder auf Platz 2 der Doppelweltrangliste steht und zuletzt in Wimbledon und bei den US Open triumphieren konnte.

 

Das Duell der zwei Spielstile – Netzdoppel gegen Tandemdoppel

 

Bei den Profis sind aktuell zwei konkurrierende Spielstile zu beobachten. Das „Netzdoppel“ strebt so schnell wie möglich ans Netz, um mit beiden Spielern am Netz positioniert zu sein. Konsequentes Serve and Volley bei eigenen Aufschlagspielen ist der Kern dieses Spielstils. Demgegenüber steht das Tandemdoppel, bei dem der Aufschläger nicht unmittelbar aufrückt, sondern an der Grundlinie verbleibt. In einigen Fällen ist auch eine Mischform zu beobachten. Während ein offensiverer Spieler bei seinen Aufschlagspielen Serve and Volley spielt, agiert der defensivere Partner bei eigenem Aufschlag anders und bleibt hinten. Bei den Männern überwiegt die Anzahl der Netzdoppel bei den Topteams wie etwa die Doppellegenden Bob und Mike Bryan. Es gibt auch erfolgreiche Tandempaare bei den Herren, wie die aktuellen Australian Open Sieger Simone Bolleli/Fabio Fognini oder die über Jahre hinweg erfolgreichen Spanier Marcel Granollers und Marc Lopez. Das Gros der Herrenteams favorisiert dennoch die klassische Serve- and Volley-Spielanlage. Bei den Damen dagegen dominiert deutlich die Ausrichtung als Tandemdoppel, wie es bei Sania Mirza (Indien) als Nummer 1 der Welt zu sehen ist. Es gibt nur wenige Spielerinnen, die direkt nach Ihrem Aufschlag ans Netz vorrückt. Die mit 60 Doppeltiteln dekorierte Cara Black aus Simbabwe ist eine der wenigen Ausnahmen. Bei den Damen ist der Volley oftmals nicht gut genug ausgebildet, um sich erfolgreich gegen starke Returns zu wehren. Hinzu kommt der Aufschlag, der nicht die Dominanz wie bei den Herren besitzt.

 

Das Netzdoppel baut sich vorn als Mauer auf

 

Das Netzdoppel kennt nur ein Ziel: Ab nach vorne! Wenn möglich, wird schon nach einem Return der direkte Weg ans Netz gesucht. Aber vor allem wird versucht, durch konsequentes Serve- and Volleyspiel schnellstmöglich die Netzhoheit herzustellen und mit zwei Spielern vorne zu agieren. Hat sich ein Netzdoppel erst einmal wie eine Mauer vorne aufgebaut, ist es kaum noch zu überwinden. Zwei Spieler auf einer Höhe am Netz: Eine aussichtsreichere Positionierung gibt es im Doppelspiel nicht. Denn ein Netzdoppel verfügt über außergewöhnliche Qualitäten beim Volley. Neben der technischen Brillanz gehört vor allem eine hohe Reaktionsschnelligkeit dazu, um auch gegen schnellste Grundschläge die Kontrolle zu behalten. Die Volleyqualitäten eines Leander Paes sind auch mit seinen 42 Jahren noch atemberaubend.

 

Das Tandemdoppel vertraut auf seine Grundschläge

 

Beim Tandemdoppel verzichtet der Aufschläger auf ein Aufrücken nach dem Aufschlag und verbleibt an der Grundlinie. Auf diese Weise vermeidet er schwierige erste Volleys und vertraut im Verlauf eines möglichen Ballwechsels auf dominante Grundschläge. Dennoch richtet sich das Hauptaugenmerk auch beim Tandemdoppel auf den Netzspieler. Dieser agiert mindestens genauso aktiv wie sein Pendant beim Netzdoppel und versucht bereits den Return des Gegners abzufangen. Ein Tandemdoppel verfügt meist über sehr gute Returnspieler, die gerne kontern. Neben druckvollen Grundschlägen wird auch der Lob gern als Offensivmittel gegen weit aufgerückte Gegner genutzt.

 

 

Das Returnspiel

 

Beim Returnspiel beobachtet man oft, dass beide Spieler sich an die Grundlinie zurückziehen. Dies ist vor allem beim ersten Aufschlag des Gegners der Fall und wird von Netzdoppel und Tandemdoppel gleichermaßen praktiziert. Der Grund: das dominante Aufschlagspiel des Gegners. Der gegnerische Netzspieler versucht, bereits den Return abzufangen und als unerreichbaren Volley zu spielen, gern auf die Füße des Returnpartners am Netz. Mit dem „Rückzug“ dieses Netzspielers an die Grundlinie entzieht das Returnteam den Gegnern jene gern genutzte Zielscheibe und erhält mehr Reaktionszeit auf die Aktionen des Gegners. Gelingt dagegen der Return, so ist oft zu sehen, dass einer der beiden Spieler aus dem Returnteam (meist derjenige, der nicht den Ball schlagen muss) ans Netz aufrückt, um von dort offensiver in den Ballwechsel einschreiten zu können.

 

Die Kunst des Volleys wird zum Nischenprodukt

 

Die Anzahl der Tandemdoppel mit nur einer „Offensivkraft“ am Netz wird zunehmen. Neben harten Grundschlägen wird der Lob als Offensivmittel weiter an Bedeutung gewinnen. In der absoluten Weltspitze der Herren werden sich jedoch weiterhin die Netzdoppel durchsetzen. Der Grund: Die Kunst des Volleyspiels wird immer mehr zum „Nischenprodukt“. Der Netzinstinkt muss erlernt und trainiert werden. Doch wann? Während bis in die 90er Jahre das Serve- and Volleyspiel auch im Einzel eine gängige Option war, ist diese taktische Grundausrichtung in den vergangenen zwanzig Jahren fast gänzlich aus dem Einzelspiel verschwunden. Die Spieler agieren ausschließlich von der Grundlinie und wagen sich nur selten ans Netz. Der Profizirkus ist auf das Einzel zugeschnitten. Will ein Jungprofi für den Doppelwettbewerb bei einem Turnier melden, braucht er Weltranglistenpunkte – im Einzel. Ansonsten kann er für dieses Turnier gar nicht melden. Davon ausgehend, dass sich zunächst alle Spieler eine finanziell lukrativere Karriere im Einzel erhoffen und erst später, im Verlauf ihrer Karriere zum Doppelspezialisten umsatteln, stellt sich die Frage, wie viele Spieler sich das „Werkzeug“ des perfekten Volleyspiels, das auch gegen druckvollste Returns und Grundschläge dominiert, noch aneignen können. Unter den aktuell besten 20 Herren befinden sich nur sechs Spieler unter 30 Jahren. Ohne Zweifel bleibt die komplette Netzausrichtung eines Doppels das Maß aller Dinge – wenn es denn beherrscht wird. Der überwiegende Teil, vor allem im Damenbereich wird aber (leider) eine Mischung aus Volleyspiel und druckvollen Grundschlägen vorziehen.

 

 

Neue Punkteregelung für das Doppel

 

„Komm, gemma Bier trinken!“

 

Drei statt zwei Punkte für einen Sieg im Doppel – diese Regeländerung hat der Bayerische Tennis-Verband für diese Saison für die Punktsiele beschlossen, um Doppel generell aufzuwerten und das Abschenken der Doppel in den Punktspielen einzudämmen. Der BTV zieht vorläufig eine positive Bilanz, andere Landesverbände gehen andere Wege.

 

Alois Holzer, Präsident des TC Aschheim bei München, war mal wieder frustriert. Seine Seniorenmannschaft lag 0:4 zurück und er freute sich wenigstens auf die abschließenden Doppel des Punktspieltages. Doch daraus wurde nichts. „Komm, gemma Bier trinken“, hieß es stattdessen, die Doppel wurden nach kurzer Absprache freiwillig gestrichen, für den Ausgang des Spieltages waren sie ohnehin bedeutungslos. „Dafür bin ich doch nicht hundert Kilometer gefahren“, ärgerte sich der rüstige Tennissenior. Wie ihm geht es vielen Tennisspielern, nicht nur ein Bayern, sondern überall bei den Punktspielrunden von Schleswig-Holstein bis Sachsen oder Baden: Ob Vierer- oder Sechserteams, ob Herren 35 oder 65, ob Kreisliga oder Oberliga: die Doppel werden oft und gern abgeschenkt, wenn das Ergebnis nach dem Einzeln bereits feststeht. Mathematisch macht das Sinn, sportlich aber nicht.

Deshalb stellte Alois Holzer beim letzten Verbandstag des Bayerischen Tennis-Verbandes  (BTV) einen Antrag auf Satzungsänderung: Jede Mannschaft soll für einen Sieg im Einzel zukünftig zwei und für einen Sieg im Doppel drei Matchpunkte erhalten. Der Antrag wurde mit 121:106-Stimmen angenommen und trat in diesem Sommer in Kraft. Für die einen war diese Änderung eine überfällige Änderung der Wettspielordnung, für die anderen war es eine Revolution, die an den Grundfesten des Tennissports rüttelte.

Nach der ersten Saison zieht der BTV vorläufig eine positive Bilanz aus der neuen Regelung. Statistische Auswertungen liegen zwar noch nicht vor, aber die „gefühlte Reaktion“, versichert BTV-Pressesprecher Achim Fessler, sei „große Zustimmung“ und die Erkenntnis, dass „mehr Doppel gespielt wird als zuvor.“ Fessler: „Es gab sogar Leute, die sich im Einzel geschont haben, um fürs Doppel richtig fit zu sein.“ Dies betreffe jedoch nur Einzelfälle.

An der Basis in und außerhalb von Bayern ist die Reaktion durchaus gemischt. In den Tennisforen im Internet ist die neue Regelung durchaus auf Zustimmung gestoßen: „Bei Punktspielen ist Tennis ein Mannschaftsport und deshalb ist die Aufwertung des Doppels der richtige Schritt“, heißt es dort oder: „Ab sofort bleibt es länger spannend, denn auch ein 10:2 nach sechs Einzeln bringt noch keine Entscheidung. Der Gegner kann mit drei gewonnenen Doppeln dies noch in ein 11:10 ummünzen.“ Obwohl dieser Fall in der Realität nicht allzu oft eintreffen dürften, bringt gerade diese Möglichkeit, mit dem Doppel die Entscheidung zu erzwingen, eingefleischte Einzelspieler auf Zinne: „Es kann nicht sein, dass man mit fünf Siegen im Einzel und vier Niederlagen (ein Einzel, drei Doppel) verliert“, lautet einer der Kommentare. Der Shitstorm im Netz in diesem Sommer war jedenfalls gewaltig. „Mist“, „bringt nichts“, „absurd“ lauteten die harmlosesten Einlassungen der Regelungsgegner.

Und tatsächlich: Der Hessische Tennis-Verband (HTV) hat in diesem Jahr genau diese Drei-Punkte-Regelung nach einigen Jahren wieder abgeschafft. Das Fazit der Hessen fiel ernüchternd aus: „Abgeschenkt wurde leider immer noch“, erklärt Vizepräsident Michael Otto. Theoretisch könne man fünf Niederlagen im Einzel zwar mit dem Doppel noch umdrehen, aber die Ergebnisse der Untersuchungen, die der HTV durchgeführt hat, belegen, dass diese Doppel dennoch oft nicht gespielt wurden, weil der spielerische Unterschied zu deutlich war. Abgeschenkte Spiele lassen sich in den Spielberichtsbögen zwar nicht immer eindeutig erkennen, aber Otto schätzt deren Anteil auf rund zehn Prozent. Damit liegt er eher am unteren Ende der nach oben offenen Schummelskala – in anderen Landesverbänden werden die Spielmanipulationen auf mehr als 60 Prozent geschätzt.

„Unser zweites Anliegen, nämlich das Doppel aufzuwerten, haben wir mit unserer Reform nicht realisieren können“, erklärt Otto. Aber es sei auch widersinnig, einerseits dem Doppel mehr Gewicht verleihen zu wollen, andererseits es durch den Matchtiebreak zu entwerten. „Dass plötzlich Tiebreaks über die gesamte Partie entscheiden können, war nicht in unserem Sinn.“ Den dritten Satz im Doppel wiedereinzuführen, konterkariert aber das Bemühen, den Spieltag möglichst straff zu gestalten. Nach sechs Jahren kehrte der Verband deshalb zur traditionellen Regel zurück und vergibt wieder je einen Punkt für Einzel und Doppel.

Außer in Bayern wird das Doppel noch im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Thüringen höher gewertet als das Einzel. Eine einheitliche Linie vom Deutschen Tennis Bund ist hier nicht zu erwarten. „Für mich wäre es ein Traum, deutschlandweit nach einheitlichen Regeln zu spielen“, beteuert DTB-Vizepräsident Bernd Greiner, der für den Wettkampfsport im DTB zuständig ist, aber „jeder Landesverband hat seine eigene Hoheit und kann die Regeln ändern.“ So macht jeder Verband, was er will. Der Württembergische Tennis-Bund hat jüngst mit der Einführung der „No-Ad-Regel“ eine geänderte Vorteilsregelung im Doppel eingeführt. „Die Regel hat bestimmt ihren Sinn“, sagt Greiner, „aber solche Alleingänge sind für ein einheitliches Bild im deutschen Tennis kein gutes Beispiel.“

In puncto Aufwertung des Doppels stünden den Verbänden in der Tat zahlreiche weitere Varianten zur Auswahl: In der Schweiz gibt es zum Beispiel keine Matchpunkte, die für die Tabelle zählen, sondern es werden nur die erspielten Siege addiert – so als ob man beim Fußball nur das Torverhältnis werten würde. In Österreich werden hohe Siege (9:0, 8:1) höher bepunktet als einfache Siege (6:3, 5:4). Im US-College-System werden die Doppel vor den Einzel gespielt. Doch für Greiner sind all diese Modelle für ungeeignet, das Abschenken zu unterbinden. Selbst ein höherer Strafkatalog nütze da wenig. Greiner: „Dann gehen die Spieler für ein Spiel auf den Platz, verletzen sich oder geben aus einem anderen Grund auf.“

Für HTV-Vize Otto sind höhere Strafen ohnehin kein Thema. „Wir wollen den Spaß am Tennis fördern und die Tennisspieler nicht vergrätzen.“ Trotzdem ist es ärgerlich, wenn durch Manipulationen am Spielbericht über Auf- und Abstieg anderer Vereine entschieden wird. Beim Landesverband Rheinland-Pfalz will man das Thema Doppel deshalb noch einmal neu entwerfen. „Manchmal fühlen wir uns regelrecht veräppelt“, erklärt Sportwart Dieter Kirschenmann ,,von 21 Partien hatten wir 16 ohne Doppel, da kommt man ins Grübeln.“ Besonders bei den Senioren werde regelmäßig abgeschenkt. Ein Vorschlag für mehr Gerechtigkeit im Punktspielbereich lautete deshalb: die Doppel einfach abzuschaffen, dann kann auch niemand mehr schummeln. Doch soweit möchte im Verband niemand gehen. Um die Gräben zwischen Einzel- und Doppelbefürwortern zuzuschütten, wird nun diskutiert, am Spieltag quasi getrennte Wertungen vorzunehmen: Die Mannschaft, die die Einzelkonkurrenz gewinnt, erhält zwei Punkte (bei einem Unentschieden werden die Punkte geteilt), die Mannschaft, die die Doppelkonkurrenz gewinnt, erhält einen Punkt. So kann beispielsweise eine Mannschaft nach den Einzeln 2:0 führen und sich einen dritten Punkt holen, wenn sie die anschließenden Doppel spielt und gewinnt. Andersherum kann der unterlegene Gegner sich durch die Doppel noch einen Punkt erkämpfen, der für die Tabelle gleichrangig zählt. Abschenken bleibt also in keinem Fall folgenlos und die Doppel erhalten einen eigenständigen Wert, der Einzel und Doppel ins rechte Verhältnis setzt.

Die Grabenkämpfe und Punktearithmetik der einzelnen Modelle interessieren Alois Holzer dagegen nur wenig. Denn ganz unabhängig davon ist Doppel im Tennis für ihn die Spielform der Zukunft: „Die demographische Entwicklung gibt den Weg doch vor“, skizziert der bayerische Clubpräsident die Zukunft der Sportart. „Die Leute spielen gern Tennis. Und je älter sie sind oder werden, desto mehr verliert das Einzel an Bedeutung und desto interessanter wird das Doppel. Genau dem wollten wir mit unserem Antrag Rechnung tragen.“

Thomas Kosinski

 

Interview Udo Riglewski

 

 „Warum gibt es keine LK-Rangliste im Doppel?“ 

 

Udo Riglewski war die Nummer 6 im ATP-Doppelranking und leitet in München und Hamburg eine Tennisschule. Im Interview mit DTZ-Mitarbeiter Thomas Kosinski erklärt er, warum die Bryan-Brüder das Duo Federer/Djokovic schlagen würden, warum im Doppel Konstanz wichtiger ist als Tempo und warum Deutschland kein schlagkräftigen Davis Cup-Doppel hat.

 

Herr Riglewski, wenn Roger Federer und Novak Djokovic gegen die Bryans Doppel spielen. Warum gewinnen dann die Bryans?

 

UDO RIGLEWSKI: Die Bryans werden nicht jedes Mal gewinnen, aber vielleicht sieben von zehn Matches. Doppelspieler sind Spezialisten, sie sind eingespielt und ihre Reflexe, die sie beim Vollieren brauchen, sind besser geschult. Wenn Djokovic und Federer das ganze Jahr über Doppel spielen würden, wären sie sicherlich auch sehr gute Doppelspieler. Weiter hinten auf der Rangliste sähe das schon anders aus. Ein normaler Einzelspieler hätte gegen die Bryans kaum Chancen.

 

Was macht den Unterschied aus zwischen Einzel und Doppel?

 

UDO RIGLEWSKI: Es sind zwei völlig verschiedene Spielsysteme. Mit einem guten Aufschlag und mit viel Druck kann man im Doppel zwar einiges ausgleichen, aber es folgt einer anderen Spielphilosophie: Doppel ist Prozenttennis. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, keine Fehler zu begehen bzw. die Gegner zu Fehlern zu zwingen. Im Doppel ist das Feld durch die beiden Spieler auf einer Seite komplett abgedeckt. Es gibt kaum Lücken oder größere Räume, auf die sich die Gegner konzentrieren können. Für mich persönlich war das Einzelfeld immer zu groß und ich bin nicht an den Ball gekommen oder habe einen Fehler gemacht. Im Doppel dagegen konnte ich das Netz wunderbar abdecken und ich habe dadurch mehr Sicherheit gewonnen und viel besser volliert als im Einzel. Dort besteht stets die Gefahr, passiert zu werden, im Doppel nicht. Im Einzel gibt es zu viele Möglichkeiten, im Doppel ist vieles vorgegeben und man weiß woher, wo der Ball hin muss.

 

Sagt der geborene Doppelspieler. Wie läuft der Matchplan im Doppel?

 

UDO RIGLEWSKI: Einfach ausgedrückt: du musst den Ball öfter ins Feld spielen als dein Gegner. Das klingt banal, ist aber wirkungsvoll. Todd Woodbridge zum Beispiel hat neunmal Wimbledon gewonnen. Nicht mit harten Bällen und viel Druck, sondern indem er jeden Ball zurückgespielt hat, möglichst unangenehm auf die Füße des Gegners. Er hat sie regelrecht zu Fehlern gezwungen. Das gelingt natürlich nur, wenn man weiß, wie Doppel funktioniert. Wenn man keinen Plan hat oder kein Auge für die Situation, ist man im Doppel verloren.

 

Ist Doppel einfacher zu spielen als Einzel?

 

UDO RIGLEWSKI:  Im Einzel gibt es immer tausend Möglichkeiten, den Ballwechsel zu gestalten. Im Doppel ist vieles taktisch vorgegeben. Nur: man muss auch eine Taktik haben und die Abläufe kennen. Beispiel Return: Wenn man erfolgreich returnieren möchte, gibt es einfach nur zwei Möglichkeiten: cross oder longline Lob. Wer etwas anderes probiert, verliert meist den Punkt. Und mit Gewalt ist da erst recht nichts zu machen, sondern mit Konstanz.  

                                                                                                      

Was gefällt Ihnen persönlich am Doppel so gut?

 

UDO RIGLEWSKI: Die Kontrolle. Ich weiß vorher schon, wo ich den Return oder den Volley spielen muss. Mein Grundsatz war immer, den Ball dorthin zu spielen, wo er herkommt. Ein großer Pluspunkt ist natürlich auch, als Team aufzutreten, miteinander zu reden und zu zweit etwas zu erreichen. Die Kommunikation auf dem Platz hat mir immer Spaß gemacht.

 

Und deshalb sind Sie Doppelspieler geworden? War dies eine bewusste Entscheidung?

 

UDO RIGLEWSKI: Eher ein Prozess. Mein Ziel war, mich über das Doppel an die Weltspitze heranzutasten. Den Respekt vor den guten Gegnern abzubauen, um dann auch im Einzel mehr Erfolg zu haben. Im Doppel habe ich Pete Sampras oder Jim Courier geschlagen, das hat mir Selbstbewusstsein gegeben. Im Einzel hätte ich das nie geschafft. Da ich im Doppel oft bis lange im Turnier geblieben bin, habe ich mein Einzelspiel vernachlässigt. Wenn man oft Halbfinale und Finale im Doppel spielt, fehlt die Zeit für das Einzel. Das gilt ja auch umgekehrt: Die Top 20-Spieler haben einfach die Zeit nicht, neben Einzel auch noch Doppel zu spielen. Für die Spieler dahinter sieht das schon wieder anders aus.

 

Wie lautet Ihr wichtigster Tipp fürs Doppel?

 

UDO RIGLEWSKI: Tempo rausnehmen, um möglichst keine Fehler zu machen. Das klingt schon wieder so simpel, und so ist es auch. Das beginnt schon beim Aufschlag: Lieber etwas weniger Wucht, aber dafür eine höhere Quote. Was nützen mir Asse, wenn ich zu viele Doppelfehler mache? Aber ich habe noch einen Tipp, und zwar an Einzelspieler: Spielt Doppel! Ab einem gewissen Alter macht es einfach Spaß, wenn du nicht soviel laufen musst, um gut zu sein.

 

Sollte man Doppel auf der Clubebene weiter aufwerten? In einigen Landesverbänden zählt das Doppelbereits mehr als das Einzel bei den Punktspielen.

 

UDO RIGLEWSKI: Das finde ich prinzipiell gut. Aber wenn der DTB das Doppel wirklich fördern möchte, sollte er eine eigene Doppelrangliste einführen. So wie es das LK-System im Einzel gibt, sollte es auch eines im Doppel geben. Ab einem gewissen Alter spielen viele nur noch Doppel und haben Riesenspaß daran. Denn Tennisspieler vergleichen sich gern. Warum gibt es also nicht diese Rangliste, an der ich erkennen kann, wo ich im Doppel stehe und wie ich mich verbessert habe? Hier liegt ein großes Potenzial, das vom DTB noch nicht genutzt wird. Technisch dürfte dies ja kein Problem sein, die Doppel werden in den Punktspielen ja erfasst. In dem Moment, in dem das LK-Doppelranking eingeführt wird, werden auch massenhaft LK-Doppelturniere entstehen und Tennis könnte insgesamt davon profitieren. Die DTZ Play:Double Tour by Babolat ist ja genau der Versuch, Doppel in den Vereinen zu fördern. Ich habe eines dieser Turniere in diesem Sommer besucht und wir hatten dort viel Spaß und gutes Matches. Innerhalb eines LK-Systems würden natürlich noch mehr Anreize geschaffen, Doppel zu spielen.

 

Hat sich das Doppelspiel in den vergangenen zehn Jahren gewandelt?

 

UDO RIGLEWSKI: Tennis ist generell druckvoller und vor allem schneller geworden. Das macht es ja auch so schwer, nach vorn ans Netz zu kommen. Das gilt für das Einzel und es fängt an, auch für das Doppel zu gelten. Wobei Daniel Nestor und Leander Paes, gegen die ich selbst noch gespielt habe, auch heute noch erfolgreich sind.

 

Wer war Ihr Lieblingspartner im Doppel?

 

UDO RIGLEWSKI: Michael Stich. Wir haben zwei Jahre fest zusammen gespielt. Wenn es mit Michael gut lief, war es eine traumhafte Kombination: Michael war für das Besondere zuständig und ich für die Konstanz. Wir haben perfekt harmoniert und die Ergebnisse stimmten. Aber Michael war auch ein exzellenter Einzelspieler, so dass es oft schwierig für uns war zusammenzuspielen.

 

Wer waren die anderen Partner?

 

UDO RIGLEWSKI: Diego Nargiso, Tomas Carbonell, Tobias Svantesson…

 

Keine Deutschen?

 

UDO RIGLEWSKI: Die deutschen Spieler waren Anfang der 90er Jahre nicht so auf das Doppel fixiert und haben es immer nur so lange gespielt, wie sie im Einzel im Turnier waren. Patrik Kühnen und Eric Jelen waren zwar sehr gute Doppelspieler, haben auf der Tour aber nicht regelmäßig Doppel gespielt, obwohl sie ja im Davis Cup fürs Doppel zuständig waren. Michal Stich und ich waren die einzigen, die in dieser Zeit regelmäßig jede Woche auf der Tour Doppel gespielt haben. Wir waren beide in der Top 10 im Doppel und haben 1990 und 1991 nur knapp das Masters verpasst.

 

In der Zeit gehörten Sie auch zum Davis Cup-Team, hatten aber kein offizielles Spiel.

 

UDO RIGLEWSKI: Ja, mein Partner wäre Michael gewesen. Aber die Erfolge im Davis Cup wurden stärker gewichtet als meine Ranglistenposition, deshalb war ich zwar dabei, kam aber leider nicht zum Einsatz.

 

Was machen Sie heute? Sind Sie dem Doppel weiter verbunden?

 

UDO RIGLEWSKI: Natürlich – je älter man wird, desto lieber spielt man Doppel. Deshalb unterstütze ich auch die DTZ Play:Double Tour by Babolat, eine Turnierserie, die sich in den Clubs ausschließlich auf Doppel im Hobbybereich konzentriert.

 

Im Davis Cup spielt das Doppel eine wichtige und oft entscheidende Rolle. Haben wir ein gutes deutsches Doppel?  

 

UDO RIGLEWSKI: Man könnte die Frage erweitern: Haben wir überhaupt gute deutsche Einzelspieler? Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber, Benni Becker, sie alle sind über 30 Jahre alt und werden in naher Zukunft aufhören. Was machen wir dann? Wenn Alexander Zverev jetzt nicht durchstartet, haben wir bald keinen Top-100-Spieler mehr. Jan-Lennard Struff und Peter Gojowcyk sind beide zwar sehr talentiert, aber den Schritt, sich langfristig unter die Top 100 zu spielen, haben sie noch nicht erbracht. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Nein, wir haben kein gutes Doppel in Deutschland zur Zeit. In der ersten Runde gegen Frankreich wurde dies deutlich. Benneteau/Mahut auf der anderen Seite waren ein richtiges Doppel, die konstant gutes Tennis gespielt haben. Was haben sie gemacht? In drei glatten Sätzen gewonnen. Dies Ergebnis zeigt ziemlich genau, wo das deutsche Doppel heute steht.

 

Was müsste Teamchef Michael Kohlmann tun, damit es ein schlagkräftiges deutsches Doppel geben kann?

 

UDO RIGLEWSKI: Er bräuchte zunächst einmal mehr Kompetenz, um sich um den Nachwuchs verantwortlich zu kümmern. Denn in der Jugendförderung liegt das eigentliche Problem im Einzel wie im Doppel. In meinen Augen geschieht dort zu wenig: zu wenig Training, zu wenig Einsatz, zu wenig Leidenschaft. Es gibt so viele Tennisspieler in Deutschland, aber oben kommt kaum einer an. Da stimmt doch etwas im Fördersystem nicht. Das muss doch einen Grund haben. Ich unterstütze mit meinem Förderverein selbst zwei 14-Jährige und weiß wie viel bzw. wie wenig trainiert wird. Wir haben gute Trainer wie Peter Pfannkoch oder Jens Wöhrmann, aber in der Breite muss mehr Leidenschaft und Intensität sein. Der DTB hat kein Konzept, die Landesverbände arbeiten zu wenig zusammen und dieses Manko setzt sich fort bis auf den Platz, wo nicht professionell genug trainiert wird. Die Härte, die man braucht, um später einmal mehrere Fünfsatzmatch hintereinander durchzustehen, erarbeitet man sich auch mit 16, 17, 18 Jahren. Wer diese mentale und körperliche Härte nicht mitbringt, hat auf der Tour nichts zu suchen. In Deutschland werden diese Anforderungen unterschätzt. Viele wollen Profis werden, aber wissen nicht, was das eigentlich heißt. Wir sind einfach nicht mehr konkurrenzfähig. Dieser Kritik kann sich nicht einfach jeder entziehen.

 

Wenn es langfristig so schlecht bestellt ist, was bleibt kurzfristig, um ein schlagfertiges Doppel zu finden?

 

UDO RIGLEWSKI: Philipp Kohlschreiber ist halt nicht nur unser bester Einzelspieler, sondern auch ein solider Doppelspieler, so dass er oft in beiden Disziplinen eingesetzt wird und an allen drei Tagen spielen muss. Wenn Philipp Petzschner wieder richtig fit ist, wäre er der Doppelpartner, um den man das Doppel aufbauen sollte. Er hat die Erfahrung und die Erfolge, hat die US Open und Wimbledon gewonnen. Am effektivsten wäre es, wenn Petzschner sich als zentraler Doppelspieler einen deutschen Partner suchen würde, mit dem er sich wohlfühlt und mit dem er auf die Tour geht. Wenn dieses Doppel steht, könnten sich die Einzelspieler auch mehr auf die Einzel konzentrieren. Wenn Philipp Kohlschreiber noch ein paar Jahre die Form hält und Alex Zverev sich noch steigert, könnten wir die eine oder andere Nation sicherlich schlagen.

 

Infos Udo Riglewski:

Udo Riglewski spielte zwischen 1985 und 1995 auf der ATP Tour. Im Doppel errang der Rechtshänder zehn Turniersiege, davon vier gemeinsam mit Michael Stich: Basel 1989, München 1990, Wien 1990 und Memphis 1991. Im Doppel erreichte der heute 49-Jährige im März 1991mit Platz 6 das bisher höchste Ranking eines deutschen Doppelspieler. In diesem Jahr gehörte er auch zum deutschen Davis Cup-Team. 1996 und 1997 war Riglewski Turnierdirektor der ATP-WM in Hannover. Udo Riglewski betreibt in München und Hamburg eine Tennisschule und spielt heute in der Regionalligamannschaft Herren 40 beim Club an der Alster. 2005 gründete er den Verein „A Chance for Talents“, der talentierte, aber finanziell benachteiligte Jugendliche unterstützt.

Thomas Kosinski

 

 

 

 

 

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